¬†Diese Ausstellungen d√ľrfen Kunstliebhaber*innen nicht verpassen:

 

 

13.12.2020 - 04.04.2021 Ausstellung

Jugendstil ‚Äď La Belle Epoque

 

 

Die Ausstellung zeigt die Entwicklung dieser Epoche sowohl im internationalen als auch im regionalen Kontext. Lokale K√ľnstler wie Emil Thoma oder Rudolf Sieck werden neben den gro√üen Namen wie Franz von Stuck, Carl von Marr, Leo Putz und Julius Diez ausgestellt, um m√∂gliche Bez√ľge, k√ľnstlerische Interaktionen und stilistische Vorbilder zu veranschaulichen und Vergleiche zu ziehen. Neben der Bildenden Kunst geh√∂ren Themen der Architektur und des Handwerks zu den zentralen Themenkreisen der Ausstellung. Die Atmosph√§re dieser schillernden Epoche wird durch beeindruckende Rauminstallationen verst√§rkt und erm√∂glicht dadurch eine Zeitreise zur√ľck zur Jahrhundertwende um 1900.

Abb.: Franz von Stuck, Medusa, Fächerelement (Ausschnitt), 1902, Foto: Martin Weiand

www.galerie.rosenheim.de

 

 

 

 17.11.2020 - 28.02.2021

Vision und Schrecken der Moderne: Industrie und k√ľnstlerischer Aufbruch

 

 

Als Beitrag zum Jubil√§ums-Jahr ‚ÄěEngels 2020‚Äú, mit dem Wuppertal den 200. Geburtstag von Friedrich Engels feiert, geht das Museum der Frage nach, wie sich die kulturellen und sozialen Aspekte der Industrialisierung in der Kunst vom 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart niedergeschlagen haben. Zu sehen sind Werke von K√ľnstlerinnen und K√ľnstlern wie K√§the Kollwitz, Bernhard Hoetger, Otto Dix, Conrad Felixm√ľller und George Grosz, um nur einige zu nennen, die sich mit der durch einen wachsenden Kapitalismus ver√§ndernden (Arbeits-)Welt und ihren gesellschaftlichen Folgen auseinandergesetzt haben.

Abb.: Heinrich Hoerle, Selbstbildnis vor Häusern (Arbeiter), 1932, Von der Heydt-Museum Wuppertal

www.von-der-heydt-museum.de

 

 

18.10.2020 - 11.04.2021 

Highlights: Lichtkunst aus der Sammlung

 

 

 

Die Ausstellung zeigt Werke zur zeitgen√∂ssischen Lichtkunst aus der Sammlung Marli Hoppe-Ritter. Bildk√§sten, Objekte und Installationen aus den vergangenen drei Jahrzehnten f√ľhren ein breites Spektrum gestalterischer M√∂glichkeiten vor Augen und belegen die anhaltende Begeisterung namhafter K√ľnstlerinnen und K√ľnstler wie Werner Bauer, Brigitte Kowanz, Fran√ßois Morellet, Maurizio Nannucci, Betty Rieckmann und Jan van Munster f√ľr das Licht als k√ľnstlerisches Gestaltungsmittel.

Abb.: Maurizio Nannucci, Love, 2013, Foto: Gerhard Sauer, ¬© K√ľnstler

 www.museum-ritter.de

 

 

 

 

 

¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬† ‚ÄěFran√ßois Boucher. K√ľnstler des Rokoko.‚Äú

        Vom 14. November 2020 bis 7. Februar 2021 in der Kunsthalle Karlsruhe.

        Zur Website.

 

 

¬†¬†¬† ¬† ¬† ¬† ‚ÄěSOULAGES. Malerei 1946 - 2019‚Äú

¬†¬†¬†¬†¬†¬† ¬†¬† Vom 17. Oktober 2020 ‚Äď 28. Februar 2021 im Museum Frieder Burda in Baden-Baden.

         Zur Website.

 

¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬† ‚ÄěIsa Genzken. Werke von 1973 bis 1983.‚Äú

       Vom 5. September 2020 bis 24. Januar 2021 im Kunstmuseum Basel.

       Zur Website.

 

 

 

 

 

Diese Ausstellungen d√ľrfen KunstliebhaberInnen nicht verpassen:

 

 

 Ausstellungen:

 

Kunst von 1933 bis 1955

Wie haben K√ľnstlerinnen und K√ľnstler auf die massiven Z√§suren von Faschismus und Zweitem Weltkrieg reagiert? Und wie fanden sie nach dem Zweiten Weltkrieg neue Wege, der Existenz ‚Äď und der Existenz der Kunst selber ‚Äď Gestalt zu verleihen?

 

Antworten auf diese Fragen bietet die Kunsthaus-Sammlung, die in einer thematischen Präsentation von rund 70 Werken viele seit Jahrzehnten nicht gezeigte Gemälde und Skulpturen ans Licht holt.

Das Kunstschaffen zwischen dem Schicksalsjahr 1933 und dem Jahr 1955 ist gepr√§gt durch starke Ver√§nderungen und massive Kontraste. Nach den Kriegsjahren ‚Äď die in der ¬ęStunde Null¬Ľ des Kriegsendes gipfelten ‚Äď wird im Jahrzehnt nach 1945 der Schritt von der Auseinandersetzung mit den tiefgreifenden Folgen des Krieges zur Erschaffung einer neuen k√ľnstlerischen Sprache vollzogen, mit der eine neue Freiheit des Ausdrucks einhergeht.

Die von Sammlungskonservator Philippe B√ľttner kuratierte Pr√§sentation zeigt, wie viele Energien der Krieg band und wie viele sein Ende wiederum freisetzte. Sie l√§sst erkennen, dass das Fig√ľrliche und die Abstraktion nebeneinander als grundlegende Idiome der Moderne bestehen blieben und zur grunds√§tzlichen Erneuerung der k√ľnstlerischen Arbeit beitrugen.

 

12.4. - 11.8.2019

Die jungen Jahre der Alten Meister
Baselitz - Richter - Polke - Kiefer

Key-Visual der Ausstellung Baselitz-Richter-Polke-Kiefer
 

Gemeinsam mit G√∂tz Adriani, dem Kurator der Ausstellung, bereitet die Staatsgalerie Stuttgart in Kooperation mit den Deichtorhallen in Hamburg eine Pr√§sentation zum Fr√ľhwerk von Georg Baselitz, Gerhard Richter, Sigmar Polke und Anselm Kiefer vor. Insgesamt 112 fr√ľhe Hauptwerke werden die spektakul√§ren 1960er-Jahre in den Fokus nehmen. In diesem kreativen und produktiven Zeitraum haben alle vier K√ľnstler die Grundlagen f√ľr ihren Erfolg gelegt, der sie in Deutschland wie auch im Ausland zu den bedeutendsten Vertretern der zeitgen√∂ssischen Kunstszene machte. Das internationale Interesse an dem G√ľtezeichen ¬ĽMade in Germany¬ę, das gepaart mit einer enormen Nachfrage bis heute unvermindert anh√§lt, versteht sich keineswegs von selbst, denn die Kunst deutscher Herkunft stand im Laufe ihrer Entwicklung meist im Schatten italienischer, niederl√§ndischer oder franz√∂sischer Vorbilder. Dieses Schattendasein auf dem europ√§ischen Kunstparkett verkehrte sich geradezu in sein Gegenteil, als sich das K√ľnstlerquartett aus Deutschland anschickte an die Spitze des globalen Rankings aufzusteigen.

Abgesehen von Sigmar Polke, der 2010 verstorben ist, unterst√ľtzen Baselitz, Richter und Kiefer mit singul√§ren Leihgaben aus ihrem Besitz die Ausstellung. Die intensive Auseinandersetzung der vier K√ľnstler mit ihrer Zeit und deren unmittelbaren Vergangenheit wird in der Schau durch ein Zeitpanorama der politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Ereignisse ‚Äď vom Wirtschaftswunder und dem geforderten Wohlstand f√ľr alle, bis zu den Studentenunruhen und der au√üerparlamentarischen Opposition erg√§nzt.

Begleitet wird die Ausstellung von einer umfassenden Publikation G√∂tz Adrianis, die ausf√ľhrliche Gespr√§che mit den K√ľnstlern √ľber ihr Fr√ľhwerk und dessen besonderen Stellenwert beinhaltet, sowie zahlreiche Abbildungen und eine zeitgeschichtliche Dokumentation der 1960er-Jahre.

Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident
Frank-Walter Steinmeier.

Fr√ľhbucherangebot

Sie m√∂chten mit Ihrem Verein die Ausstellung besuchen oder als Reiseveranstalter eine Fahrt nach Stuttgart planen? Profitieren Sie von unseren speziellen Angeboten f√ľr Gruppen und nutzen Sie dazu auch unsere neuen, erweiterten √Ėffnungszeiten f√ľr angemeldete Besuche: Di-So von 9.00 - 10.00 Uhr oder von 17.00 - 19.00 Uhr (au√üer donnerstags).

Erm√§√üigter Eintritt: 10 ‚ā¨ pro Person ab einer Gruppengr√∂√üe von 10 Personen.
Fr√ľhbucherrabatt f√ľr verbindlich gebuchte F√ľhrungen bis 15.3.2019: 60 Minuten f√ľr 75 ‚ā¨ (regul√§r 100 ‚ā¨) oder 90 Minuten Intensivf√ľhrung f√ľr 110 ‚ā¨ (regul√§r 135 ‚ā¨) pro Gruppe inkl. 25 ‚ā¨ Nutzungsgeb√ľhr f√ľr die Kopfh√∂reranlage zzgl. reduziertem Ausstellungseintritt; bei sp√§terer Buchung gilt der regul√§re Preis.
Haltebucht f√ľr Ihren Reisebus direkt neben der Neuen Staatsgalerie an der Brunnenanlage (Konrad-Adenauer-Str. 30).
Gratiseintritt f√ľr den Reiseleiter.

Weitere Informationen, Anmeldung und Buchung von F√ľhrungen:
T +49 711- 47040-452 / -453 (Di-Fr von 10.00 - 15.00 Uhr, in den Ferien von 10.00 - 13.00 Uhr) oder Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots gesch√ľtzt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

 

Moderne am Main
Museum Angewandte Kunst, Frankfurt, 19. Januar 2019 bis 14. April 2019

Am Bauhaus m√∂gen sich die K√ľnstler und Theorie-Asse getummelt haben, gebaut wurde dann aber eher bei der Konkurrenz vom Neuen Frankfurt: Ein junges Team unter der Leitung des Stadtbaurats und Architekten Ernst May schuf zwischen 1925 und 1930 rund 12‚ÄČ000 Wohnungen. Ein modernes Stadterweiterungsprogramm, das mit der Ornamenthaftigkeit des Jugendstils aufr√§umte ‚Äď wie es Werner Epsteins Entwurf von 1927 f√ľr eine Reklameuhr der Gro√üb√§ckerei Ost Hafen (re.) schn√∂rkellos belegt.

Stadt der Frauen
Unteres Belvedere, Wien, 25. Januar 2019 bis 19. Mai 2019

Wieder einmal wird ein Kapitel der Kunstgeschichte zur Revision f√§llig: Es geht um K√ľnstlerinnen in Wien nach 1900 ‚Äď Frauen wie Elena Luksch-Makowsky, die 1901 erstes weibliches Secessions-Mitglied¬†¬†wurde und die Jugendstil-Zeitschrift Ver Sacrum¬†¬†mitgestaltete. Oder¬†¬†Helene Funke, die aus Frankreich kommend ab 1913 die Donauluft mit dem Fauvismus Derains und den Formen C√©zannes auffrischte. Gut 30 Positionen stellt die Schau vor.

Hockney/Hamilton
Museum Ludwig, Köln, 19. Januar 2019 bis 14. April 2019

Die beiden Superhelden der englischen Pop-Art trennt einiges. Richard Hamilton (1922‚Äď2011) schuf Collagen mit stark politischer Komponente; bei David Hockney (geb. 1941) wirkt das Private subversiv, wenn er mit Lust auf sein Leben blickt (u.: ¬ĽTwo Boys¬ę von 1966‚Äď1967). Zu sehen sind Papierarbeiten zweier Genies, die sich sch√§tzten. Hamilton war vom flamboyanten Hockney fasziniert, dieser¬†¬†verewigte den Kollegen daf√ľr 1971 in einer Zeichnung.

 Pierre Bonnard
Tate Modern, London, 23. Januar 2019 bis 6. Mai 2019

Wem im langen Winter nach etwas W√§rme ist, der findet diese in den Bildern von Pierre Bonnard (1867‚Äď1947). Die Leinw√§nde des Postimpressionisten konservieren die Sehnsucht nach einer ewigen Sommerbl√ľte, deren vielfarbiges Leuchten auch von zwei Weltkriegen nie √ľberschattet werden konnte (oben: ¬ĽDining Room in the Country¬ę, 1913). Eine Einladung zum Eskapismus? Mag sein. Aber manchmal muss man sich eben Augen und Seele streicheln lassen!

Rembrandts Jubiläum
Mauritshuis, Den Haag, 31. Januar 2019 bis 15. September 2019

Rembrandts Todestag j√§hrt sich im Oktober 2019 zum 350. Mal. Welche der zahlreichen Ehrungsausstellungen im Jubil√§umsjahr soll man herausheben? Vielleicht diese, gleich zu Anfang. 18 Gem√§lde aus der Mauritshuis-Sammlung: ein keckes junges Selbstportr√§t mit Zopf, ein ersch√∂pftes aus dem Todesjahr 1669 mit wei√üen Locken. ¬ĽDie Anatomiestunde¬ę nat√ľrlich. Eine sensibel dargestellte Susanna. Ein K√∂nig Saul, der seine Tr√§nen am Vorhang trocknet. Clevere warten mit der Holland-Reise bis auch das Amsterdamer Rijksmuseum am 15. Februar seine Rembrandt-Schau er√∂ffnet hat.

 

Museum Georg Schäfer

 

Egon Schiele
Freiheit des Ich

14.10.2018 bis 06.01.2019

 

Egon Schiele: Selbstbildnis mit gesenktem Kopf, 1912, √Ėl auf Holz, 42,2 x 33,7 cm, Leopold Museum, Wien, Inv. 462 ¬© Fotografie Leopold Museum, Wien
Egon Schiele: Selbstbildnis mit gesenktem Kopf, 1912,
√Ėl auf Holz, 42,2 x 33,7 cm, Leopold Museum, Wien, Inv. 462
© Fotografie Leopold Museum, Wien

Anton Josef Trńćka: Egon Schiele mit gespitztem Mund, 1914
Anton Josef Trńćka: Egon Schiele mit gespitztem Mund, 1914,
Fotografie, 26,3 x 20,7 cm, Leopold Privatsammlung
© Fotografie Leopold Museum, Wien

 

Egon Schiele (Tulln 1890 ‚Äď 1918 Wien) geh√∂rt ohne Zweifel neben Gustav Klimt und Oskar Kokoschka zu den bekanntesten und faszinierendsten K√ľnstlern √Ėsterreichs und des beginnenden 20. Jahrhunderts. Dem nur 28 Jahre alt gewordenen Maler und Zeichner gelangen innerhalb k√ľrzester Zeit die Ausbildung eines unverkennbaren Stils und die fr√ľhe Anerkennung √ľber die Grenzen √Ėsterreichs hinaus. Er galt als B√ľrgerschreck und Provokateur, inszenierte sich als M√§rtyrer und leidenschaftlicher K√§mpfer in einer Zeit, in der in Wien Aufbruchs- und Untergangsstimmung aufeinanderprallten.

Die Ausstellung in Schweinfurt widmet sich Schieles Werk unter den Aspekten Selbst- und K√∂rperdarstellung, Gef√ľhlswelt und Subjektivit√§t. Schiele schuf mehr als 170 Selbstbildnisse, in denen er mit der Inszenierung des eigenen K√∂rpers und Gesichts experimentierte ‚Äď mithilfe von Spiegeln, grimassierend, in expressiven Gesten und unterschiedlichste Rollenbilder aufgreifend. In einer Zeit, in der das Subjekt psychologisch und literarisch in die Krise geriet, l√∂ste Schiele das Selbst von Raum, Zeit, sozialem Status und sogar seinem individuellen Charakter, der doch lange als wesentliches Ziel der Portr√§tkunst galt. Es ging ihm um die Darstellung reiner Existenz, um das allgemeine Ich in einer Zeit der Ungewissheit und um fundamentale K√§mpfe des Innenlebens.

 

Egon Schiele: Selbstseher II (Tod und Mann), 1911
Egon Schiele: Selbstseher II (Tod und Mann), 1911,
√Ėl auf Leinwand, 80,5 x 80 cm,¬†Leopold Museum, Wien, LM 451
© Fotografie Leopold Museum, Wien

Egon Schiele: Selbstseher II (Tod und Mann), 1911

Egon Schiele: Sitzender weiblicher R√ľckenakt mit rotem Strumpfband, 1914,
Bleistift und Gouache auf Papier, 44,2 x 30,1 cm, Leopold Museum, Wien, LM 2338
© Fotografie Leopold Museum, Wien

 

Aber nicht nur der eigenen K√∂rper besch√§ftigte Schiele. Die menschliche Gestalt steht insgesamt im Mittelpunkt seiner Kunst. Extreme Posen, ungew√∂hnliche Perspektiven, eine oft r√§tselhafte Gestik, fragmentierte K√∂rperteile und verst√∂rende, zum Teil ins anatomisch unm√∂gliche verfremdete Figuren dienen ihm zum Ausdruck innerer Bewegungen und Spannungen. Er wollte Neues entdecken, spielte aber durchaus auch mit der Provokation. Er nutzte den K√∂rper als Gestaltungselement und zog Inspiration aus den verschiedensten Quellen, wie der Literatur, der Volkskunst und der au√üereurop√§ischen Kunst, der Gotik und Fr√ľhrenaissance, dem Spiritismus, dem zeitgen√∂ssischen Tanz, dem Theater und vermutlich sogar aus dem fr√ľhen Stummfilm mit seiner ausdrucksstarken Gestik und Mimik.¬†

Im Vergleich mit K√ľnstlerportr√§ts seiner Zeitgenossen erschlie√üen sich neue Aspekte. So war die Auseinandersetzung mit der eigenen Psyche an sich kein Wien-spezifisches Ph√§nomen, sondern entwickelte sich generell am Ende des 19. Jahrhunderts und stellte ein Aufbrechen des konventionellen und starren Rollenbildes vom K√ľnstler dar. Weniger die von Sigmund Freud entwickelte Psychoanalyse als vielmehr der neue Bezug von Kunst zur Psychiatrie wird heute √ľber die Selbstportr√§ts Schieles hinaus als wesentlicher Bestandteil des Fin de Si√®cle in √Ėsterreich anerkannt, ¬†womit ein im 20. Jahrhundert ideologisch missbrauchtes und schwieriges Thema wieder in den Vordergrund ger√ľckt wird. Das Dasein des K√ľnstlers als Sch√∂pfer neuer (Bild-)Welten ger√§t bei Schieles nackten und extrem mageren Portr√§ts wie selbstverst√§ndlich zu einer Auseinandersetzung mit Ethik und Religion. Parallel dazu entwickelten die Berliner Sezessionisten christliche Darstellungen mit dem geschundenen Leib Christi, eine Parallele, die auch angesichts der Kriegsbilder des Ersten Weltkrieges zu denken gibt.

Die Ausstellung im Gedenkjahr 2018 zeigt Meisterwerke Egon Schieles aus dem Leopold Museum in Wien, das die weltweit umfangreichste und bedeutendste Sammlung des K√ľnstlers beherbergt. Der ausgew√§hlte Werkkomplex wird zum ersten Mal in Deutschland ausgestellt und tritt hier in Wechselwirkung mit der Sammlung des Museums Georg Sch√§fer. Zu den Gem√§lden und Zeichnungen werden inhaltlich erweiternd und erg√§nzend Fotografien, Gedichte und archivalische Dokumente gezeigt. Die insgesamt 65 Exponate sind √ľber 9 R√§ume verteilt; dazu gibt es einen Filmsaal.

 

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog im Hirmer Verlag (ca. 160 Seiten, ca. 33,50 ‚ā¨).

 

Eintritt: 11 ‚ā¨, erm√§√üigt: 9 ‚ā¨.

 

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EKSTASE

29. September 2018 ‚Äď 24. Februar 2019

Ekstase ist eines der √§ltesten und zugleich erstaunlichsten Ph√§nomene europ√§ischer wie au√üereurop√§ischer Kulturen. Urspr√ľnglich im rituell-religi√∂sen Kontext gepr√§gt, wurde die ekstatische Grenzerfahrung begrifflich erstmals in der Antike erfasst. Seither ist sie ein fester Bestandteil westlicher Gesellschaftstheorien. Dabei ver√§nderte und erweiterte sich die Definition und Bewertung kontinuierlich. W√§hrend die Ekstase gerade in indigenen Kulturr√§umen vornehmlich positiv konnotiert ist und im Rahmen ritueller Handlungen gelebt wird, wurde und wird sie in den von Industrialisierung, Kapitalismus und Globalisierung dominierten Gesellschaften heute oft als etwas Bedrohliches wahrgenommen. Ekstase bedeutet hier Kontrollverlust und birgt die Gefahr eines aus der Norm fallenden Individuums oder gar Kollektivs. Ausnahmen bilden Grenzerfahrungen in religi√∂sen Kontexten oder aber¬†profane Ekstasen, wie sie bei sportlichen Ereignissen, Konzerten oder politisch motivierten Veranstaltungen zu beobachten sind. In ihrer kulturellen Bedeutung und Vielschichtigkeit nahm die Ekstase auch Einzug in die Bildenden K√ľnste und geht dabei au√üergew√∂hnliche Verbindungen mit den benachbarten Disziplinen Musik und Tanz ein.¬†

Ab Herbst 2018 sp√ľrt das Kunstmuseum Stuttgart diesen und weiteren Beziehungen nach und widmet sich in einer gro√üen Themenausstellung erstmals dem Ph√§nomen der Ekstase. Anhand paradigmatischer Beispiele von der Antike bis in die Gegenwart beleuchtet die Ausstellung die unterschiedlichen spirituellen, politischen, psychologischen, sozialen, sexuellen und √§sthetischen Implikationen von Euphorie- und Rauschzust√§nden zwischen Askese und Exzess.


Bild: Benner.Extase.1896_78b163.jpg

Jean Benner, L ľExtase, vor 1896, Mus√©e d ľart moderne et contemporain de Strasbourg, Foto: Mus√©es de Strasbourg, M. Bertola

ER√ĖFFNUNG
Fr, 28. Sept 2018, 19 Uhr 
Eintritt frei

Einladungskarte


Ausstellungsteaser


Ausstellungsflyer mit Begleitprogramm


Online-Ticket


KURATORENF√úHRUNGEN
Fr, 18 Uhr
19. Okt 2018: Anne Vieth
23. Nov 2018: Sarah D. Schneider
18. Jan 2019: Markus M√ľller
15. Feb 2019: Ulrike Groos
Begrenzte Teilnehmerzahl
Anmeldung erforderlich: 
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots gesch√ľtzt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!¬†oder
T: +49 (0)711 / 216 196 25
Ticket 2,50 ‚ā¨ / erm√§√üigt 1,50 ‚ā¨ (zzgl. Eintritt)


√ĖFFENTLICHE F√úHRUNGEN
Fr 18 Uhr und So 15 Uhr
Begrenzte Teilnehmerzahl
Ticket 2,50 ‚ā¨ / erm√§√üigt 1,50 ‚ā¨ (zzgl. Eintritt)


KATALOG
Prestel Verlag
Deutsch und Englisch
256 Seiten
ISBN 978-3-7913-5822-2
Buchhandel 45 ‚ā¨
Museum 39 ‚ā¨


KOSTENLOSER KURZF√úHRER
in Deutsch oder Englisch an der Museumskasse erhältlich